Auf Schritt und Tritt entdecken Sie in einer der wohl bedeutendsten klassizistischen Schlossanlagen Deutschlands wahrhaft kunsthistorische Schätze. Unzählige Obelisken verstecken sich im Schlosspark. Einige davon stellen wir Ihnen schon hier vor.

 

 

  • BegrÜßungsobelisk

    Aufgestellt 1816, an der Auffahrt zur Burg Schlitz, gegenüber dem Goldenen Frieden, ist er mit einer lateinischen Inschrift versehen, die frei übersetzt lautet:

     

    "Gast, der du hinaufsteigst, übergib dieser freundlichen Urne (seit 1945 nicht mehr vorhanden) deine Sorgen. Das Wünscht Hans Graf Schlitz."

     

    Jeder, der zur Burg hinauf steigt, sollte den Eisensockel dieser Urne berühren, um dort seine Sorgen abzulegen. Im oberen Drittel finden wir das Lebensmotto des Grafen, mit den Anfangsbuchstaben eingemeißelt

     

    WWWV - Wünsche Wenig, Wirke Viel

  • Der Drei Wünsche Obelisk

    Der Drei Wünsche Obelisk wurde im Jahre 1812 aufgestellt, als Mecklenburg von Napoleon besetzt war.

     

    Frieden dem Vaterlande
    Segen dem Landbaue
    Brudersinn den Deutschen

     

    Der erste Wunsch "Frieden dem Vaterlande" bezieht sich auf diese Zeit. Als Begründer der Mecklenburgischen landwirtschaftlichen Gesellschaft ist auch der zweite Wunsch "Segen dem Landbaue" dem Süden zugewandt. Der dritte Wunsch "Brudersinn den Deutschen" beruht auf der Tatsache, dass Deutschland damals aus über 300 kleinen Fürstentümern bestand.

  • Grablege

    Im Jahr 1825 wurde das Tor zur zukünftigen Grabstätte errichtet, leider nicht vollendet.

     

    Die Inschrift lautet:
    Der Jugend fülle Kraft,
    Der Freude Jubelton,
    Der Ehre Glanz –
    Der Veredlung dieses Erdpunktes
    Opferte ich Sie
    was ich gebildet, Gewähre
    euch Ihr Nachkommen
    des Genusses Fülle! Mir euren Dank!

     

    Auf der Rückseite des Schriftblockes finden wir sein Geburtsdatum sowie sein Lebensziel WWWV, das folgende Datum ist bis heute nicht deutbar (14.08.1822). Da Freimaurerzeichen mit vorhanden sind, könnte es das Beitrittsdatum zu einer Loge der Freimauer sein. Im Park befinden sich weitere Freimaurerelemente.

  • Lehrerstein

    Der Lehrerstein wurde im Jahr 1813 errichtet für

     

    Den treuen Bildnern
    Seiner Jugend
    Setzt dankbar
    Diesen Stein
    H. Graf Schlitz
    1813

     

    Die treuen Bildner sind auf der Vorderseite zu lesen.
    Es sind: Otto Meier, Direktor des Joachimsthaler Gymnasiums Professor Eberhard, Lehrer der Weltweisheit(Philosophie) an der Universität Halle

  • Amalienstein

     

    Amaliens Zauber
    Allein vermochte
    der sülzer Einöde
    höheren Reiz zu verleihen 1828

     

    Ob dieser Stein eine Erinnerung an einen Kurschatten im Moorbad Bad Sülze gewidmet ist, lassen wir dahingestellt.

     


  • Luisenstein

    Entlang des Weges zum Luisensee findet man den Luisenstein, der erklärt, dass alles hier Entstandene der Gräfin Luise Schlitz gewidmet ist.

     

    „Benannt nach der Herrin der Burg, nach der holden Lebensgefährtin, welche treulich mit mir Leid und Freud geteilt. Ihr gebührte das Beste, was hier gebildet 1828“

     

    Die Inschrift lautet:
    Luisen
    der Holden Lebensgefärthin
    ist diese Anlage geweiht
    Luisensee benannt

  • Regensburgdenkmal

    Das Regensburgdenkmal, errichtet im Jahr 1808, umfasst folgenden Schriftblock:
    Die Vorsehung schützte die Meinigen
    Eisen die Kämpfenden nicht
    Im Sturme vor Regensburg,
    Wo mir die Teuersten lebten
    Ließ en sinken im Kampfe gegeneinander
    Zwei Geharnischte diese Rüstung zurück

     

    Die Rüstung war oben im Tabernakel vorhanden, ist inzwischen verrostet, auf der anderen Seite des Steines finden wir das Wappen des Grafen Hans von Schlitz.

  • BlÜcherdenkmal

    Im Jahre 1817 zweiteilig errichtet, wobei der größere Teil die Verbannung Napoleons auf Sankt Helena darstellt.

     

    Der Schrifttext lautet:
    Dem Dämon, der noch jüngst Teutoniens Fessel hielt,
    Ein fernes Felseneiland birgt ihn gekettet!
    Zersplittert ist des truges Macht
    Und Recht und Wahrheit siegten am 18. Junius
    Und 20. November 1815

     

    Hinter dem Gitter war bis 1954 eine Marmorbüste von Napoleon, die leider zerstört wurde.

     

    Im Zweiten Teil war eine Büste von Blücher, die 1945 verschwunden war. Inzwischen wurde sie in einer damaligen Latrine wiedergefunden und ist nun im Hause vorhanden.